Vor einigen Jahren hatte ich erstmals die Gelegenheit den nunmehr wohl bekanntesten Touristenzug zwischen Moskau und Peking zu benutzen. Etwas unsicher, ob diese Bahnreise womöglich zu langweilig und kaum individuell gestaltbar sei, entschied ich mich dennoch dafür…..und habe es nicht bereut. Ausgangslage für die Entscheidung war die Basisbeschreibung der Reise, die schon einige Bedenken zerstreute:

„Erleben Sie das letzte große Reise-Abenteuer dieser Welt! Die Transsibirische Eisenbahn, einer der faszinierendsten und sichersten Verkehrswege der Erde, ist mit unserem Sonderzug noch interessanter, komfortabler und unterhaltsamer geworden. Die große Sonderzugreise von Moskau zum Baikalsee und über die Mongolei nach Peking bietet die Erfüllung eines echten Lebenstraums.
Zusätzliche Sicherheit für Sie: Die Reisen werden mit erfahrener, deutscher Chefreiseleitung und Arzt an Bord zu den angegebenen Terminen durchgeführt. Tataren, Tschuwaschen, Ewenken, Kehlkopfgesang, Birkenwodka, Kaviarchips, Taigabeeren, Hering im Pelzmantel – reichlich Abwechslung gibt es bei Völkerkunde, Speis und Trank sowie den Ausflugsprogrammen unterwegs. Profitieren auch Sie von den Leistungen des erfahrensten europäischen Veranstalters auf dieser Route – einsteigen bitte!“

Die Hauptroute

Die Skizze zeigt schon die Idee. Blaue Punkte kennzeichnen die Aufenhaltsorte, dazwischen wird im Sonderzug gefahren. Mehrere Nächte verbringt man dabei im Hotel (Moskau, Irkutsk, Ulan Baatar und Peking), hat somit einige Zeit, um diese interessanten Orte und Ihre Umgebung genauer kennenzulernen. Für gewöhnlich fährt der Gast immer nur eine Richtung, also nach Peking oder von dort nach Moskau. Gefahren wird vom Mai bis Oktober eines jeden Jahres. Es ist möglich diese Reise in Irkutsk (inklusive Baikalseeprogramm) oder Ulaan Baatar zu beginnen oder zu beenden.

Wann und wie reisen?

Ich würde das Frühjahr oder den Hebst bevorzugen. Dann ist die Natur am interessantesten anzuschauen, die Temperaturen sind eher gemäßigt. Das Kontinentalkima ergibt im Sommer hohe Temperaturen, die man wegen der geringen Luftfeuchte gut verträgt. Bitte bedenken Sie, dass Sie in Richtung Osten der Zeit hinterher reisen, einen scheinbaren Verlust erleiden und am Ende einen längern Rückflug haben. Die Gegenrichtung hat diese Nachteile nicht. Ich bin dennoch in Richtung Osten gefahren, weil die Dramaturgie der Reise unterwegs immer interessanter wird. Die Gegend bis zum Ural ist wenig erbaulich, Bergbau, Rüstungsindustrie und Wochenendsiedlungen wobei man allerorten erkennen kann, dass hier „das Wässerchen“ schwarz destilliert wird. Das ist am Ende nicht so dramatisch, die Mehrzahl der Strecken wird nachts zurück gelegt, außer in Sibirien. Man hört Vorträge an Bord, gerät schnell in Kontakt mit Gästen aus (fast) allen Gegenden der Welt. Jede Reise ist immer deutschsprachig, die Reiseleiter können dennoch mehr!

Komfort an Bord – welche Abteilvariante ist die richtige?

Es gibt 6 Abteilvarianten (Kategorie 1-5) Eine davon hat 4 Betten, den niedrigsten Preis und den wenigsten Platz im Abteil, nur bedingt für Familien geeignet oder leidensfähige Einzelpersonen, die andere fremde Gäste im Abteil akzeptieren. (Abbildung links)

Obwohl die Flächen gleich sind, ist ab der Kategorie 2, rechte Abb.,die Bequemlichkeit im Abteil deutlich höher. Die einzige Variante mit 2 Betten unten, ausreichend Stauraum unter dem Bett und über der Tür, sowie immer nur mit 2 Personen belegt. Es existiert eine renoviete Variante, die ein optisch besseres Bild liefert, aber ebenfalls weder über Handwaschbecken noch Toilette verfügt. Noch wie in alten Zeiten könnten Sei sich für „Nostalgie Komfort“(Kat. 3) entscheiden ….die Kategorie welche Genosse Breshnev noch benutzte. Etwas luxeriöser ist die Bolschoi Klasse, modern, mit Dusche WC ohne russischem Charme…Machen wir es uns also im gehobenen Standard gemütlich, zwei Betten nebeneinander, aus Lautsprecher ertönt der Chefreiseleiter mit seinem Vortrag zum Schamanentum. Der Samowar am Ende des Ganges bullert und wir bestellen einen Tee mit Milch: чай с молоко́м.

 

Sowjetunion – Sozialismus…..Russland – Kapitalismus, eine historische Zeitreise

Zwei Drittel der Hauptsrecke führen durch Russland und ermöglicht es Ihnen 5 Städte  kennenzulernen deren Wert formal stark differiert. Der erste Eindruck ist nicht immer positiv. Um Ihnen ein realistisches Bild zu liefern legen sich die Reiseleiter ins Zeug. Selbst Russen, junge Leute der Gegenwart, entstammen Familien, die in der Sowjetunion Ihr Leben gelebt haben. Beim Russischkurs entwickelt sich ein erstes Gefühl für die Sprache, die Bordküche verzaubert das Restaurant in einen Gourmettempel Russischer Küche. So nebenbei erfährt man vom sozialistischen Wohnungsbau und von Bausünden der Oligarchen am Baikalsee. Bestimmte Aktionen unterwegs stehen nicht im Katalog. So besuchten wir in der Hauptstadt Sibiriens NOVOSIBIRSK eine Musikschule, die sich baulich im erbärmlichen Zustand befand. Die Schüler zwischen 8 und 18 Jahren zeigten mit Perfektion das Ergebnis ihres Übungsfleißes…..Auf dem Weg nach Irkutsk, beim Durchfahren von Sumpflandschaften lockte die Teetafel, Kaviar- und Wodkaprobe….Langeweile wurde zum Fremdwort. Morgens Ankunft in Irkutsk, der Stadt, die ehemals aus Holzhäusern bestand, die im Laufe der Geschichte Boulevards weichen mußten. Freizeit, also lenkte sich mein Schritt zur Irkutsker Markthalle. Dort bekommt man alles was hier nicht wächst und ebenso ganau dieses. Honig, Kaviar, säckeweise getrocknete Steinpilze. Die Verkäuferinnen, mal freundlich mal geschäftstüchtig, übrraschten mich beim Fotowunsch mit der Bemerkung: “ Wir haben jetzt Kapitalismus und der kostet 10 Dollar!“

Irkutsk ist der Ausgangspunkt eines bezaubernden Baikal Programmes mit Bootsfahrt auf dem See, Besuch von Bewohnern sterbender Dörfer und Schaschlik vom Grill am Ufer des Sees.  Mit einem Kriegsveteranen gesprochen, die örtliche Reiseleiterin nach Ihrem Lebensglück befragt und vor einer winzigen Kate zu eingelegten Gurken und Tomaten eingeladen worden. Wie immer auf Reisen ist es wichtig einander zu verstehen. Dieses Gefühl vermittelten die Reiseleiter in bemerkenswerter Weise, auch später in der Mongolei und Peking.

Es handelt sich also um ein kalkulierbares Abenteuer, die Verwirklichung eines Lebentraumes über den ich gern weiter persönlich mit Ihnen sprechen möchte. Womöglich haben Sie den Wunsch  diesen Traum zu realisieren, dann stehen für 2018 folgende Termine zu Verfügung:

 

Peking Moskau

Peking Übernachtung im Hotel, Zusatzkosten Große Mauer und Ming Gräber mit Mittagessen 59,-€

 

Moskau Peking

 

 

 

 

Wir bringen es gern auf den Punkt, gemeinsam mit Ihnen suchen wir gern nach Varianten. Zum Beispiel könnten Sie nach Wladivostock weiter fahren und nach Japan übersetzen, in Ulaan Bataar aussteigen und eine Steppen/Wüstentour machen. Bahnreisen und Schienenkreuzfahrten sind unserer Leidenschaft. Sie erreichen mich persönlich: Dieter Rosenbusch/Leinen Los Kreuzfahrten T 0345-2100514