Dessert Express

Namibia – Schienenkreuzfahrt durch Wüste und Savannen, Pirschfahrten im Etosha Nationalpark zu den Big Five

Kreuzfahrten an der Westküste Afrikas, dienen eher dem Transfer als der Besichtigung. Namibia per Sonderzug-sieht man da wirklich mehr?

Und wie geht es weiter wenn die Schiene keinen Weg mehr bietet?

Was wußten wir: Anreise ohne Jetlag, ein bequemer Zug als rollendes Hotel und ein perfekte Betreuung durch Andreas. Das muss ja ein interessanter Typ sein, in Deutschland den Job gekündigt und per Fahrrad bis Kapstadt! Dort lebt er jetzt und führt Gäste per Fahrrad und Zug durch Südafrika und Namibia…künftig sogar bis und in Mozambique.

Über Johannesburg anzureisen, bietet Vorteile, wenn am Ende der Namiba Tour die Victoriafälle besucht werden sollen… Die Lodge zu Beginn, die wir außerhalb von Windhoek bezogen, bot totale Entspannung. Absolute Ruhe, erträgliche Wärme und ein leckeres Abendmahl. Vor dem Einschlafen dachte ich noch an den Empfang am Flughafen, der mir etwas zu langsam von statten ging. Die mächtige farbige Offizierin meinte mit geringschätzigem Blick auf mein Handgelenk: „Sie haben die Uhr, wir die Zeit“.

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Gedeckter Tisch um Zug
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Wir waren in Afrika angekommen… Gleich am nächsten Tag rollte unser Zug, derDessert Express“ , nach Süden zum zweitgrößten Canyon der Welt, dem Fish River Canyon . Die trockene Hitze ist kein Problem, allerdings wäre bei einer Wanderung am 500m tiefem Grund die 40 Grad Marke deutlich überschritten worden. Der Spaziergang an der Kante des Canyons entlang, bot Panoramablicke, die einfach grandios sind.  Auf Schienen nach Norden fuhren wir oft nicht mehr als 30 km/h. Die geringe Geschwindigkeit ermöglichte die Halbwüste und später die Region der Dünen vom Sossuvlei gut zu beobachten. Der Minaralüberzug der Sandkörner oxydierte und ergab die Rotfärbung, welche für diese Region der Salzpfannen typisch ist.  Köcherbäume  im Süden und vertrocknete Bäume im Vlei sind ungewöhnliche Motive, die gern von Modeagenturen genutzt werden um Shootings durchzuführen. Es sollen die höchsten Dünen der Welt sein? Auf jeden Fall, ist es mühsam aufzusteigen. Zwei Schritt voran, einen rutscht man zurück. Bald sind die Schuhe voller Sand . Barfuss geht nicht, der Sand ist kochend heiß. Tipp: so frühzeitig wie möglich, gleich ab 06.00 Uhr die Exkursion beginnen, viel Wasser, Kopfbedeckung…ist eigentlich selbstverständlich!

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Nichts als Wüste
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Oben auf der Sterndüne angekommen, Blick in alle Himmelsrichtungen. Namibia ist ein Land der Weite und man hat Zeit. Den Sand hinab surfen, ca. 170 Höhenmeter und im Bodenbereich der Lehmsenke erwarteten uns nahezu 50 Grad Lufttemperatur! Dennoch werden die Nächte deutlich kühler und ich garantiere Ihnen eine Sternenhimmel, der nicht von Luft-und Lichtverschmutzung gestört ist.

Die Kombination aus Abschnitten langsamer Passagen im Zug, der übrigens klimatisiert ist, mit Kleinbusexkursionen erwies sich als glückliche Idee. Zumal Andreas „alles wusste “. Zum Beispiel wurde vor Jahren eine Sukkulente untersucht, die als Appetitszügler ohne Nebenwirkungen gilt. Leider funktioniert die Nachzucht und die Herstellung des Grundstoffes auch noch nicht richtig. Am liebsten hätte ich so in Stück vom Kaktus abgeschnitten,  aber da ist ja diese kräftige Offizierin vom Flughafen…

Die Antlantikküste nahe Walvisbai ist trocken und kühl wenn Küstennebel aufziehen. Ein Katamaranausflug zu Pelikanen und Robben, mit einer Kostprobe Austern für uns gehört wohl zum Basisprogramm für alle Touristen. Hier und im Nachbarort Swapokmund, ist die deutsche Geschichte spürbar. Der deutsche Lederhändler, das Cafe mit „Schwarzwälder Kirsch“.Es ist leicht ins Gespräch zu kommen. Ich jedenfalls habe festgestellt, dass die Gedanken durchaus eher nach vorn gerichtet sind. Die Deutsch-Namibier sind eine Minderheit von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung.

Nach Norden war der Zug wieder das Rollende Hotel. Die Spitzkoppe passierend, konnte man tatsächlich an das Matterhorn denken….Ein Lob an das Zug-Team, vorzügliche Küche, ein wohlschmeckendes Bier und ein wirklich bequemes Bett mit Panoramablick. Nahe des Etoscha Nationalparks warteten die Kleinbusse, die Lodges in bester Lage waren Quartier für 2 Nächte. Abgesehen von offiziellen Eingangstoren ist der Etosha  Nationalpark sehr naturnah. Schichtquellen bilden Wasserlöcher, ergänzt durch künstliche Tränken, die den Tierbestand anlocken. Leider gelang keine Sichtung eines  Breitmaulnashorns, sonst war die die Fotojagd erfolgreich . Löwen in 10 m Entfernung, Giraffen in der Abendsonne, Echsen und Büffel….

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Giraffen in freier Wildbahn
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Andreas machte Abends seinen 10km Lauf zur Entspannung , wir redeten beim Abschiedsbier über Buschleute und Expansionsideen der deutschen Kolonialisten. Zunehmende Trockenheit und Raubbau an der Ressource Wasser durch die Verstädterung bringen Probleme für die Farmer…..

Namibia ist ein Land zur Wiederkehr, gastfreundlich für Naturliebhaber, interessant und letztendlich auch bezahlbar. Wieder verabschiedeten sich 45 Gäste der „Schienenkreuzfahrt“ Namibia von Andres, der sieben mal jährlich in Windhoek steht : „Willkommen in Namibia und Auf Wiedersehen!“

Beim Check-out  am Flughafen war keine Uhr am Gelenk. Die Offizierin hat Grund zu einem freundlichen Blick. Im Gepäck ein Buch, dass ich in Swakopmund erstand: „Wenn der Krieg kommt, dann gehen wir in die Wüste“.

Historisches und die Eindrücke unserer Reise lassen nur einen Schluss zu: Namibia, wir kommen wieder!

 

 Zu den Schienenkreuzfahrten